Die schönsten Orte gibt es in Italien

Die schönsten Dörfer gibt es in Italien
Die schönsten Dörfer gibt es in Italien, wie etwa Bosa auf Sardinien

[Update: 13. Januar 2026]

Es sind oft die kleinen Orte, die mir in Italien besonders im Gedächtnis bleiben: stille Gassen, ein Espresso auf der Piazza, der Blick über Dächer und Hügel. Kein Wunder also, dass es eine eigene Vereinigung gibt, die sich genau diesen Orten widmet.

Der Vereinigung „I Borghi più belli d’Italia“ (Die schönsten Orte Italiens) gehören mittlerweile 382 Dörfer von Nord bis Süd, von West bis Ost an. Jährlich kommen neue hinzu. In den „erlauchten“ Kreis aufgenommen wird, wer kulturell und historisch etwas zu bieten hat: eine intakte Altstadt mit wenig bis gar keinem Autoverkehr, ein bewahrtes architektonisches Gefüge, gelebte Traditionen – und natürlich Lebensqualität.

24 Jahre Initiative „Borghi più belli d’Italia

Entstanden ist die Initiative „Borghi più belli d’Italia“ 2002, weil man das Erbe an Geschichte, Kunst, Kultur, Umwelt und Traditionen aufwerten wollte. Und zwar in den Orten, die zwar viel an kulturellem Erbe zu bieten haben und doch meist im Schatten der großen, bekannten, touristischen Anziehungspunkte stehen. Insofern dient die Initiative auch der Tourismusförderung. Inwieweit sich die „Mitgliedschaft“ für das jeweilige Dorf tatsächlich lohnt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Um aufgenommen zu werden bzw. um sich zu bewerben darf ein Dorf maximal 2000, die Kommune, in der es liegt, maximal 15000 Einwohnerinnen und Einwohner haben.

Innenhof des Weinguts Foffani in Clauiano, das zu den Borghi più belli d'Italia gehört
Innenhof des Weinguts Foffani in Clauiano

Clauiano, Palmanova, Bosa und Monte Isola

Einige dieser Orte habe ich bereits besucht, ohne zu wissen, dass sie zu den schönsten Dörfern Italiens zählen. Rückblickend kann ich die Auswahl bei dem einen besser, bei dem anderen weniger nachvollziehen. Clauiano, in der Nähe von Udine im Friaul gelegen, hat meiner Meinung nach kulturell-architektonisch wenig zu bieten – dafür aber exzellenten Wein (deshalb war ich auch dort).

Ganz anders verhält es sich mit dem in unmittelbarer Nähe gelegene Städtchen Palmanova. Mit seinem sternförmigen Grundriss ist es ein architektonisches Highlight. Auch Bosa auf Sardinien, das mit seinen bunten Häuserfassaden und den schmalen Gassen bezaubert, finde ich immer einen Besuch wert. Citerna in Umbrien habe ich im Rahmen meiner Pilgertour 2025 besichtigt.

Die Insel Monte Isola im Iseosee gelegen, hatte ihren großen Auftritt während Christo und Jean Claudes Installation „Floating Piers“ im Jahr 2016. Vom Festland führte der erste Steg direkt auf die Insel. Ein paar Jahre später war ich auf Monte Isola für eine kurze, gut machbare Wanderung. Der Weg führte unter anderem hoch zur reizenden Kirche Santuario della Madonna della Ceriola.

Neu aufgenommene Orte im Überblick

Die Vereinigung I Borghi più belli d’Italia nimmt regelmäßig neue Mitglieder auf. Im Dezember 2025 wurden weitere sieben Orte in das Netzwerk aufgenommen. Welche dieser neu aufgenommenen Orte mich besonders ansprechen würden, kann ich aus der Ferne kaum sagen. Am meisten neugierig macht mich aus dieser Auswahl derzeit Rivello. Denn Orte mit Blick (übers Meer) ziehen mich an.

Die Neuen

Limone sul Garda am nördlichen Westufer des Gardasees in der Lombardei ist berühmt für seine historischen Zitronenhaine. Bereits Goethe hat sie in seiner Italienischen Reise erwähnt:

Wir fuhren bei Limone vorbei, dessen Berggärten, terrassenweise angelegt und mit Zitronenbäumen bepflanzt, ein reiches und reinliches Ansehen geben. […]

Ein Grund mehr, dem Ort einmal einen Besuch abzustatten.

Der mittelalterliche Ort Pieve di Teco im oberen Arroscia-Tal in Ligurien besticht durch seine bis heute fast unveränderte architektonische Struktur, die vom einstigen Wohlstand zeugt.

Cusano Mutri im nördlichen Kampanien bezaubert durch enge Gassen, Arkaden, steile Treppen und kleine Plätze. Zahlreiche Türme und Glockentürme prägen das Ortsbild. Daneben stehen Häuser mit kunstvoll geschnitzten Bögen und die Ruinen eines alten Schlosses.

Rivello in der Basilikata breitet sich terrassenförmig am Hang aus. Wer durch die Gassen schlendert, entdeckt Kirchen, alte Palazzi und stille Ecken, in denen die Zeit langsamer zu laufen scheint. Am Fuße des Hangs liegt das Kloster des Heiligen Antonius aus dem 16. Jahrhundert.

Castelvetro di Modena in der Emilia-Romagna besticht durch markante Türme – darunter Uhr- und Gefängnisturm –, welche die Piazza Roma dominieren. Wegen des Schachbrettmusters wird sie auch Piazza della Dama genannt.

Als assoziierte Gäste ergänzen Biella im Piemont und Termoli in Molise die aktuelle Auswahl.

Inspiration für die Reiseplanung

Wenn du deinen nächsten Italienurlaub planst und dich bereits für eine Region entschieden hast, lohnt sich ein Blick auf borghipiubelliditalia.it. Vielleicht entdeckst du dort noch das eine oder andere Dorf, das du unbedingt besuchen möchtest.

Auf der Website wird jeder Ort ausführlich vorgestellt: Geschichte, Lage, Größe und Sehenswürdigkeiten. Außerdem werden typische Gerichte, regionale Produkte und Feste genannt sowie – sofern vorhanden – Unterkünfte und Restaurants. Die Inhalte sind auf Italienisch und Englisch verfügbar.

Castagnole delle Lanze einer der Borghi più belli d'Italia in der Region Piemont
Castagnole delle Lanze im Piemont, einer der etwa 382 Borghi più belli d’Italia

Ich selbst konsultiere die Seite mittlerweile regelmäßig, wenn ich neue Landstriche in Italien erkunde. So standen etwa bei einer Reise durch Latium Ronciglione und ein Besuch von Castel Gandolfo auf dem Programm. In Piemont war es Castagnole delle Lanze – ein bezaubernder kleiner Ort, nicht weit von Asti (Artikel zu meinem Besuch) entfernt.

Macht das Label die Orte beliebter?

Macht so ein Label Orte touristischer oder beliebter? Bei den von mir besuchten Orten war mein Eindruck, dass sich dieses Label nicht auswirkt. Die eh schon bekannten wie Castell Gandolfo sind touristische Magnete. Für einen unbekannterer Ort wie Castagnole delle Lanze hat es in meiner Wahrnehmung kaum oder keine Auswirkung.

Mir gibt die Vereinigung I Borghi più belli d’Italia Anregungen. Sie lenken meinen Blick auf Orte abseits der großen Routen und bekannten Städte. Ob ein Ort mich berührt, entscheidet sich ohnehin erst vor Ort: beim Durchstreifen der Gassen, in Gesprächen mit Einwohner*innen oder beim stillen Beobachten während ich auf der Piazza bei einem kühlen Getränk sitze. Das Label kann ein Ausgangspunkt sein – entdecken muss jede und jeder diese Orte letztlich selbst.

Kennst du die Initiative I Borghi più belli d’Italia bereits? Wirst du das Portal künftig zur Inspiration für deine Italienreisen nutzen? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.


Canzone – Das Lied zum Beitrag

Als Lied habe ich Il viaggio (die Reise) des piemontesischen Liedermachers Gianmaria Testa ausgewählt.


 

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