Studie Museen und Orchester im Social Web ¦ Flickr ganz unten auf der Beliebtheitsskala

Ausstellung_8 Foto-Plattformen sind für Kultureinrichtungen eine günstige und einfache Art, sich zu präsentieren. Kaum eine Ausstellungseröffnung, bei der nicht von offizieller Seite fotografiert wird. Dennoch rangiert Flickr – die prominenteste Fotoplattform – lediglich auf Rang 6 der Beliebtheitsskala der Social Media Tools. Mit knapp 14 % der untersuchten Orchester und Museen veröffentlichen weitaus weniger Kultureinrichtungen Fotos auf Flickr als Videos auf YouTube oder Vimeo (s. letzter Beitrag). Das überrascht auch deshalb, weil Foto- und Videoportale vergleichbare Vorteile und Potenziale für Nutzer bieten. Der Produktionsaufwand (insbesondere für Fotos) ist gering, zumal sich Inhalte mehrfach verwerten lassen; die öffentliche Bereitstellung von Fotos und Videos auf diesen Plattformen eignet sich sehr gute für virale Kommunikation und Medienarbeit.

Karin Janner hatte unlängst in einem Blogbeitrag auf die Vorteile hingewiesen, Fotos bei Flickr hoch zu laden. Verbreitung, Vernetzung, Austausch, Tagging sind einige der Schlagwörter, die in dem Zusammenhang gefallen sind. Doch wie sieht die Realität aus?

Als eine der ersten, die Flickr 2008 für sich entdeckt haben, sind der Nassauische Kunstverein, das NRW-Forum sowie die Duisburger Philharmoniker und die Hamburger Philharmoniker zu nennen, 2009 folgten weitere Museen und Orchester.

Profilierung nicht ausgeschöpft
Die Eigendarstellung der Institutionen bei Flickr ist sehr heterogen und reicht von stichpunktartig bis zu ausführlichen Beschreibungen inklusive Links zur Homepage und anderen sozialen Netzwerken. Letzteres ist allerdings nur beim Museum für Kommunikation Frankfurt und beim Städel Museum vorhanden. Bis auf eine Ausnahme haben auch alle Einrichtungen eine Vanity URL registriert, um ihre Sichtbarkeit in der Google-Welt zu verbessern. Die Chancen, über Plattformvernetzungen (-verlinkungen) den Dialog mit Interessenten zu intensivieren, bleibt, wie schon bei den Videoportalen, ungenutzt. Sämtliche Beschreibungen und Schlagworte sind in Deutsch. Einzige Ausnahme ist die Schirn Kunsthalle, deren Biografie in Englisch ist.

Anzahl und Inhalt der jeweiligen Fotos variieren stark
Die Anzahl der eingestellten Fotos pro Album liegt zwischen 1 und 180. Auch die Anzahl der Aufrufe der einzelnen Fotos variiert stark: Sie liegen zwischen lediglich 2 und 356 pro Foto (Schirn Kunsthalle).

Inhaltlich reicht die Bandbreite von Aufnahmen von Inszenierungen, Probensituationen Ausstellungseröffnungen, Aufbauarbeiten bis hin zu Veranstaltungen (Workshops, Podiumsdiskussionen, Parties, Konferenzen).

Fast alle Kultureinrichtungen verschlagworten ihr Fotos, geben teils sehr ausführliche Bildbeschreibungen und betiteln ihre Fotos eindeutig. Viele von Ihnen geben dazu noch eine Albums-Beschreibung an und einige wenige verlinken dazu noch auf den entsprechenden Blogpost oder auf die Homepage. Die Häufigkeit der Foto-Einstellung ist recht unterschiedlich. Bei einigen Kultureinrichtungen liegt der letzte Upload sechs und mehr Monate zurück, andere wie die Bühnen Halle und das Museum für Kommunikation Frankfurt erstellen monatlich neue Alben.

Kaum Interaktion
Sowohl Orchester als auch Museen erhalten nur wenig Feedback bei Flickr. Bei den rund 6.500 eingestellten Fotos der untersuchten Museen und Orchester gab es lediglich 28 Kommentare. Andrerseits sind die wenigsten Mitglied in Gruppen oder haben Kontakte.

Lediglich das Städel Museum („Venus on Tour”) und das NRW-Forum (Kreativwettbewerb anlässlich der Robert-Mapplethorp-Ausstellung, der dann schließlich bei Facebook stattfand), haben konkrete Aktionen gestartet, um ihre Freunde zu mobilisieren. Beispiele, wie so etwas aussehen könnte, hat Jim Richardson in einem Blogpost aufgezeigt.

Fazit
Obwohl Flickr ein ähnliches Potential wie Video-Portale hat, werden sie von den Museen und Orchestern kaum genutzt. Die Foto-Plattform dient in erster Linie der Bereitstellung von Fotos. Foto-Aktionen, um mit Freunden zu interagieren und sie stärker an sich zu binden werden nur selten gemacht.

Bereits jetzt kristallisiert sich heraus, dass nicht alle Plattformen gleichermaßen zum Dialog genutzt werden (aus User-Sicht). Auch hier sollte mangelnde Kommentierung als Erfolgskriterium nicht überschätzt werden. Wichtig ist die Bereitstellung von Material, damit sie in Blogs anderer eingebunden und auf sozialen Netzwerken veröffentlicht werden können – eine virale Verbreitung stattfinden kann – und als ein weiterer Baustein in der Online Reputation betrachtet wird. Eindeutige Bildtitel und -beschriftungen sowie ausreichendes Tagging sind dabei Grundvoraussetzung.

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