Mein Plädoyer für einen Barcamp-Besuch

Ein Plädoyer zum Besuch eines Barcamps
#bcrm18, Foto: Stanislav Müller, lifedraft.de

Jeder sollte mal ein Barcamp besuchen, da man dort nicht nur neue Leute kennenlernt, sondern so ein Besuch auch immer ein Blick über den eigenen Tellerrand ist. Und man lernt Neues!

Barcamp-Formen

Das Veranstaltungsformat Barcamp gibt es schon seit Anfang der 2000er-Jahre. Es gibt eine grobe Unterteilung: Barcamps können ein Schwerpunktthema behandeln wie Literatur, Tourismus, WordPress, Content Strategy, Monitoring, Gesundheitsthemen oder Kultur.

Die andere Form sind thematisch offene, regional ausgerichtete Barcamps wie das Barcamp RheinMain oder das Barcamp RheinRuhr. Hier ist die Bandbreite der behandelten Themen riesig: „9 Sekunden kein Herzschlag – und wie ich überlebt habe“, «Digitales Wandern“ oder „Pinterest – Pimp your traffic“, um ein paar Beispiele vom Barcamp RheinMain 2018 zu nennen.

Besonderheit eines Barcamps

Barcamps werden gemeinhin als „Un-Konferenz“ bezeichnet, da nur das Überthema feststeht. Das Programm – sprich Inhalte und Ablauf der Sessions, der Workshops – entwickeln die Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Tag selbst.

Auf Augenhöhe

Bei einem Barcamp gibt es keine Hierarchie und keine Bevorzugung. Ob nun langjährige Expertin in einem Thema oder Neueinsteiger, der eine Fragestellung diskutieren möchte  – jede und jeder hat die Chance, auf Augenhöhe mit anderen zu sprechen und sich auszutauschen. Das kann dazu führen, dass völlig neue Blickwinkel angesprochen werden und sich sehr spannende Diskussionen ergeben.

Sessions

Sessions heißen die einzelnen Workshops, die von den Barcampern gehalten werden. Bereits im Vorfeld oder auch zu Beginn der Veranstaltung hat jede und jeder in der Session-Planung die Möglichkeit, eine Session vorzustellen. Bei ausreichendem Interesse – das ist eigentlich immer der Fall – wird die vorgeschlagene Session in den Session-Plan (Stundenplan) eingetragen. In der Ausgestaltung ist jeder frei: Vortrag, Fishbowl, Diskussionsrunde, kreativ arbeiten, Interview mit Fragerunde – alles geht, nichts muss.

Ablauf

Der Ablauf sieht grob folgendermaßen aus:

  • Begrüßung durch die Organisatoren/Veranstalter
  • Vorstellungsrunde aller mit Vornamen und 3 Schlagworten
  • Session-Planung
  • Parallel stattfindende Sessions
  • Abschluss mit Feedback-Runde

Offen für Alle

Barcamps stehen allen offen, die sich für ein bestimmtes Thema interessieren – ob jung oder alt. Lange Zeit waren deshalb auch Barcamps kostenlos. Mittlerweile werden für die meist ehrenamtlich organisierten Barcamps Ticketpreise zwischen circa 10 und 49 Euro erhoben, damit die Veranstalter bei allem Engagement nicht auch noch auf den Kosten sitzen bleiben und um die No-Show-Rate zu verringern.

Hinter so einem Barcamp steckt viel Engagement. Das weiß ich mittlerweile aus eigener Erfahrung, da ich im Auftrag eines Unternehmens ein Barcamp für Patient*innen organisiert habe. Von der Erstellung einer Website über die Bekanntmachung und das Anmelde-Handling bis hin zu Catering, Foto- und Filmaufnahmen und Ablauf am Veranstaltungstag. Es steckt viel Arbeit dahinter!

Eine weitere Grundidee eines Barcamps lautet: „Spread the word“ – sprich über das Barcamp. Mittels eines vorher festgelegten Hashtags z. B. #bcrm18 für Barcamp RheinMain oder #cosca18 für das Content Strategy Camp können Nicht-Anwesende virtuell über Twitter und Instagram partizipieren und die Anwesenden können sich über ihre Session hinweg zusätzlich austauschen.

Warum ich Barcamps liebe?

Bei manchen Barcamps geht es zu wie bei einem Klassentreffen. Durch das spezielle Thema oder auch den regionalen Bezug – Stichwort Barcamp RheinMain – haben alle schon mal eine Gemeinsamkeit und auch sofort ein Gesprächsthema – und man kennt sich von anderen Veranstaltungen. Weitere Gesprächsthemen ergeben sich durch die Vorstellungsrunde in drei Schlagworten und die Session-Themen.

Ich finde Barcamps meist inspirierender als Konferenzen. Alle sind auf Augenhöhen, man will voneinander lernen und gibt aber auch sein eigenes Wissen weiter. Es wird diskutiert, hat Spaß, und man erfährt Neues. Ich besuche Barcamps vor allem im beruflichen Kontext und komme wesentlich inspirierter nach Hause als von manch einer Konferenz, in der ich im Passivmodus bin. Nicht so bei Barcamps.

Also nix wie hin zu einem Barcamp. Hier gibt es übrigens eine Übersicht von Barcamps, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz stattfinden.

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