Grattachecca – die römische Antwort auf Granita

Grattachecca – die römische Antwort auf Granita
Grattachecca – die römische Antwort auf Granita

Nichts symbolisiert für mich den glühend heißen italienischen Sommer mehr als die eiskalten Desserts Granita und Grattachecca. Die Granita stammt ursprünglich aus Sizilien, die Grattachecca wird hingegen in und um Rom verspeist. Während die Granita inzwischen auch hierzulande immer bekannter wird, ist ihre römische Verwandte fast noch ein Geheimtipp.

Grattachecca oder Granita?

Ich habe mich entschieden: für die römische Version des eiskalten Sommerdesserts. Grattachecca oder auch Ghiacciata ist ein Wassereis aus Fruchtsäften oder -pürees. Soweit, so ähnlich wie bei der berühmten Schwester aus Sizilien. Doch die Zubereitung ist eine völlig andere. Während bei der Granita das Fruchtpüree mit Wasser vermischt und anschließend eingefroren wird, wird bei der Grattachecca fein zerkleinertes Eis erst kurz vor dem Servieren mit Fruchtsaft oder -püree vermischt.

Gemeinsam haben beide Desserts ihre Basis aus Wasser statt Milch. Trotz dieser Gemeinsamkeit sollte man Grattachecca und Granita nicht miteinander verwechseln. Es sind zwei eigenständige italienische Spezialitäten mit eigener Tradition und eigener Zubereitung. Beide sind jenseits der Alpen weitaus weniger bekannt und geschätzt als das auf Milch basierende Speiseeis.

Herkunft und Bedeutung des „Kratzeises“

Angeblich hat die Grattachecca ihren Ursprung in den Abruzzen. Die ersten römischen Verkaufsstände entstanden wohl Anfang des 20. Jahrhunderts in Trastevere. Damals galt sie als günstige Variante des gelato für unterwegs. Speiseeis war teurer und richtete sich eher an eine bürgerliche Kundschaft.

Der Name dieser wunderbaren Erfrischung leitet sich vom Verb grattare (kratzen) und von checca ab. Mit dem Begriff checca wurde früher der große Eisblock bezeichnet, der zur Kühlung von Lebensmitteln diente, als es noch keine Kühlschränke gab. Von diesem Eisblock wurde das Eis abgekratzt beziehungsweise geraspelt.

Bei der Grattachecca wird fein geraspeltes oder zerkleinertes Eis mit Fruchtsaft oder Fruchtpüree vermischt. Genau das unterscheidet sie von einer klassischen Granita.


Buch von Peter Peter: Gelato, Italienische EisezeitenTipp:

Wenn du tiefer in die Geschichte italienischer Eisspezialitäten eintauchen möchtest, empfehle ich dir Peter Peters Buch „Gelato. Italienische Eiszeiten“*.


Drei fruchtige Grattachecca-Rezepte für heiße Sommertage

In jüngster Zeit habe ich mit Grattachecca-Rezepten und Früchten experimentiert. Ich habe drei verschiedene Varianten für dich notiert: mit Erdbeeren, Wassermelone und Pfirsich. Jede dieser Obstsorten muss ein bisschen anders behandelt werden. Die Rezepte sind schnell gemacht und die perfekte Erfrischung für heiße Sommertage. Vielleicht wunderst du dich, dass ich die Früchte kurz erhitzt habe. Dadurch entfalten sie ihr Aroma besonders gut. Der Puderzucker ist optional. Je nach Reife und Süße der Früchte kannst du ihn auch ganz weglassen.

Zutaten für 2 Personen

  • 150 g Früchte
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 EL Puderzucker (optional)
  • 14 Eiswürfel
  • Minze zur Dekoration

Zubereitung

Erdbeer-Grattachecca

Erdbeer-Grattachecca – die römische Antwort auf Granita
Erdbeer-Grattachecca

Erdbeeren halbieren und in einem Topf etwa 3 Minuten erhitzen, bis sie zusammenfallen. Mit einem Kartoffelstampfer die geschmorten Erdbeeren zu einer dicken Paste drücken. Mit dem Rührbesen Zitronensaft und gegebenenfalls Zucker unterrühren. Stell den Topf zurück auf den Herd und lass das Erdbeerpüree weitere 3 Minuten köcheln, bis alles zu einem Sirup eingekocht ist. Den Sirup durch ein Sieb in eine Schüssel passieren. Gegebenenfalls auskühlen lassen und anschließend etwa eine Stunde in den Kühlschrank stellen.

Die Eiswürfel aus dem Gefrierfach nehmen und in einen Gefrierbeutel geben. Mit einem Fleischklopfer die Eiswürfel fein zerkleinern.

Das Eisgranulat auf zwei Gläser verteilen. Den Erdbeersirup darübergießen und mit einem Löffel verrühren. Mit Minze dekorieren und genießen.

Wassermelonen-Grattachecca

Wassermelonen-Grattachecca – die römische Antwort auf Granita
Wassermelonen-Grattachecca

Die Wassermelone von der Schale befreien und in kleine Stücke schneiden. Die Stücke in einen Topf geben und etwa vier Minuten erhitzen, bis sie weich sind. Zitronensaft und gegebenenfalls Zucker hinzugeben und alles mit einem Pürierstab pürieren.

Die Eiswürfel aus dem Gefrierfach nehmen und in einen Gefrierbeutel geben. Mit einem Fleischklopfer die Eiswürfel fein zerkleinern.

Das Eisgranulat auf zwei Gläser verteilen. Das Wassermelonenpüree darüber gießen und mit einem Löffel verrühren. Mit Minze dekorieren und genießen.

Pfirsich-Grattachecca

Pfirsich-Grattachecca – die römische Antwort auf Granita
Pfirsich-Grattachecca

Die Pfirsiche enthäuten, in schmale Spalten schneiden und in einem Topf etwa 3 Minuten erhitzen, bis sie zusammenfallen. Anschließend wie bei der Erdbeer-Grattachecca verfahren.

Obwohl die Grattachecca außerhalb Italiens noch weitgehend unbekannt ist, steht sie der berühmten sizilianischen Granita in nichts nach. Vielleicht entdeckt sie ja auch hierzulande bald mehr Fans.

Gutes Gelingen. Buon Appetito!

Kanntest du die Grattachecca schon oder hast du heute zum ersten Mal von ihr gehört? Und bist du eher Team Grattachecca oder Team Granita? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

*Affiliate-Links Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich ein paar Cents. Du hast keine Nachteile, mich freut’s.

Leser-Interaktionen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert