Im Entschleunigungsmodus

Meine erste Woche in Mailand

Mein Zuhause auf Zeit: Das Navigli-Viertel

Entschleunigung, Kunst, Ballett und Arbeit – davon war meine erste Woche in Mailand geprägt. Ich hab meinen Tagesrhythmus gefunden, in dem ich Arbeiten und etwas von der Stadt und dem Leben mitbekommen gut vereinbaren kann. 

Einfach treiben lassen

Konkret: Am Vormittag arbeite ich, am Nachmittag erkunde ich die Stadt und danach arbeite ich weiter, wenn nötig. 

Klar hab ich mir bereits im Vorfeld Gedanken gemacht, was ich alles erleben möchte (Scala, Wandern, Ausflüge in andere Städte). Dennoch gibt es jeden Tag Neues, Unvorhergesehenes, was ich tun möchte. Etwa, wenn ich im italienischen Fernsehen erfahre, dass in dieser Woche der Eintritt in staatliche Museen und Sehenswürdigkeiten kostenlos ist. Btw. eine tolle Initiative, die jedes Jahr  stattfindet, um mehr Menschen (in erster Linien ItalienerInnen) für das staatl. Kulturgut zu begeistern. Also hab ich kurz umdisponiert und bin zur „Pinacoteca di Brera“ geradelt.

A propos Rad  

Eine meiner ersten Handlungen war, ein Fahrrad-Abo bei bikeMi abzuschließen, eine Initiative der Stadt Mailand. Die Räder stehen an festen Stationen, wo sie abgeholt und auch wieder hingebracht werden müssen. 

Mein erstes Mal mit dem Rad im Mailänder Stadtverkehr war nur bedingt ein Vergnügen. Auf meiner Strecke heute gab’s nur Pflastersteine. Insofern wurde ich total durchgeschüttelt, was mit dem schweren Leihrad, dem Verkehr, dem Sich-Nicht-Auskennen etwas anstrengend war. Als Belohnung gab‘s wunderbare Gemälde in der „Pinacoteca di Brera“.

Tram statt Metro

Ich bin hier im Entschleunigungdmodus. Das heißt einerseits laufe ich, um viel von der Umgebung mitzubekommen. Meist hab ich eine vages Ziel. Mit Stadtplan oder Navi durch eine Stadt zu laufen, ist nicht mein Ding. Kürzlich hatte ich das Ziel „Quadrilatero“. Durch die Straßen zum exklusiven Modeviertel streifend bin ich an wunderbaren Häuserfassaden  vorbeigekommen, u. a. an der „Casa degli Onomeni“. 

Für längere Strecken bevorzuge ich die Tram, des Sehens wegen, auch wenn sie länger unterwegs ist als die Metro. Außerdem mag ich diese alten Trams – Ventotto – genannt. Es gibt allerdings auch ganz moderne Straßenbahnen. Nicht, dass ihr einen falschen Eindruck von Mailand bekommt.

Besuch der Scala

Das Abend- und Nachtleben muss ich noch entdecken. Ich hab‘s noch nicht mal auf einen aperitivo geschafft. Kommt noch …

Dafür war ich schon in der Scala. Ich habe mir ein Ballett ausgesucht und ich wurde nicht enttäuscht. Die Ballettakademie des Teatro alla Scala hat den Abend gestaltet. Hach, ich fand’s toll. Ich liebe Spitzentanz.   

Ich habe extra hübsche Konzert-Outfits eingepackt auch mein Lieblings-Outfit, das nur für besondere Orchester und Opernhäuser aus dem Schrank kommt. Hätte ich direkt zu Hause lassen können, denn auf den Plätzen der Galleria geht‘s modisch nicht so dolle zu. Dort sind auch Jeans erlaubt. Nur für den Fall, dass ihr mal in die Scala wollt …

Tja und dann gab es gestern Abend noch das Fußballspiel „Eintracht Frankfurt gegen Inter Mailand“. Das fällt in die Kategorie „Dinge, die ich in Deutschland nicht machen würde“. 

Ich bin kein Fußballfan und dennoch hab ich mir das Fahrrad geschnappt und bin zu einer Sport-Bar geradelt. Ich war die Exotin: Allein, Frau, Deutsch, die Einzige, die für die SGE war. Welch ein Glück für mich, dass das Spiel unentschieden ausging.

Es fühlt sich sehr gut an, hier zu sein! 

P.S. Bei Instagram gibt es eine tägliche Mailand-Dosis in Bild und Text.

Reader Interactions

Kommentare

  1. Entschleunigung ist gut. Dein Programm, was du in den ersten Wochen schon gemacht und erlebt hast, klingt erst mal allerdings alles andere als entschleunigt 😉
    Gratulation zu deinem Mut und der Entscheidung, dir deinen Traum zu erfüllen und „einfach“ noch mal für zwei Monate nach Mailand zu gehen

  2. Liebe Pitje,
    doch, doch auf sieben Tage verteilt war das schon ein sehr entschleunigendes Programm. In Frankfurt würde ich allerdings nicht so viel unternehme, hier habe ich allerdings schon das große Bedürfnis raus aus den vier Wänden zu wollen.
    Ich empfinde es auch gerade als sehr große Bereicherung und großes Glück – der Traum schlummerte ja schon lange in mir.

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