
Accademica – Consulta – Simposiarca. Bis vor zwei Jahren wusste ich mit diesen drei italienischen Worten nichts anzufangen. Spoiler: Mittlerweile sind sie zu Herzenswörtern geworden. Und ich bin nun alles drei.
Accademica
Eine Accademica bin ich nun seit knapp zwei Jahren. Konkret heißt es, dass ich Mitglied der Accademia Italiana della Cucina Frankfurt am Main (AIC) bin. Vorausgegangen ist dieser Mitgliedschaft ein Interview mit Laura Melara-Dürbeck, der Vorsitzenden der Frankfurter Delegation. (→ Lies meinen Artikel zur Accademia Italiana della Cucina)
Wie der Name schon vermuten lässt, geht es bei diesem Verein, der 1953 in Mailand gegründet wurde, um die italienische Kulinarik in all ihren Facetten. Neben der Kulinarik hat mich auch die „Amtssprache“ Italienisch und das Beisammensein in italienischer Gesellschaft bewogen, Mitglied zu werden. Die Abende mit italienisch sprechenden Menschen sind allerdings auch oft herausfordernd für mich – un bel sforzo.
Consulta
Das Ehrenamt einer Consulta, einer Beirätin, Beisitzerin, habe ich vor knapp zwei Monaten übernommen. Und ich habe mich sehr gefreut, als ich gefragt wurde, ob ich diese Aufgabe übernehmen will. Insgesamt sind wir zu fünft und unterstützen die Vorsitzende bei der Organisation der Frankfurter Aktivitäten. Meine erste „Amtshandlung“ hatte ich auch bereits als „Pre-Consulta“ in einem Metier, in dem ich mich zu Hause fühle: bei der Pressearbeit zu unserem Dreißigjährigen Bestehen in Frankfurt zu unterstützen. Die Feier zum Dreißigjährigen war übrigens ein rauschendes Fest. Fast unnötig zu erwähnen – denn wir essen immer köstlich –, dass es ein wunderbares Drei-Gänge-Menü, leckeren Prosecco von Valdo, verschiedene Weine und zum Abschluss einen Caffè von Saquella gab.
Simposiarca
Als Simposiarca, eine Referentin aus dem Kreis der AIC-Mitglieder, durfte ich kürzlich zur Geschichte der Tramezzini referieren. (→ Lies meinen Artikel zur Geschichte der Tramezzini). AIC-Kollege Alessandro hat uns außerdem Spannendes über Prosecco erzählt – und ja: Prosecco und Tramezzini sind eine unschlagbare Kombi. Ich fühle mich sehr geehrt und wertgeschätzt. Dass mir all diese Aufgaben eine Riesenfreude bereiten, muss ich vermutlich gar nicht erwähnen.
Meine Erfahrungen in der Accademia Italiana della Cucina
In den knapp zwei Jahren meiner Mitgliedschaft in der Accademia Italiana della Cucina in Frankfurt habe ich nicht nur an verschiedenen Veranstaltungen teilgenommen: Abendessen, Aperitivi, Lesungen, Olivenöl- und Weinverkostungen, Kinoabende und Vorträge.
Ich habe auch gelernt, dass die AIC kein Gourmetclub ist, sondern eine kulturelle Institution, die Menschen zusammenbringt, für die Kulinarik ein wichtiger Teil des Miteinanders ist. Kulinarik in all ihren Facetten als verbindendes Element.
Es geht um Kultur, Sprache, Gastfreundschaft, Traditionen – und um Menschen, die all das mit großer Leidenschaft leben. Für mich sind die Abende inzwischen kleine Ausflüge nach Italien geworden. Mitten in Frankfurt. Manchmal fühlt es sich ein bisschen komisch an. Denn ich bin eine der wenigen Deutschen in dieser Delegation. Andererseits wollte ich auch genau das: inmitten von Italiener*innen sein.
Während meiner Pilgertour im vergangenen Jahr habe ich mich bei meiner Auswahl von Restaurants und Trattorien auf die Empfehlungen der AIC verlassen und wurde nicht enttäuscht. Ohne Mitgliedschaft wäre ich auf diese Restaurants vermutlich nie gestoßen.
Genau das liebe ich an der Accademia: Sie eröffnet Zugänge zu Menschen, zu Geschichten, zur Sprache, zur italienischen Kultur.
Weiterlesen
Mein Porträt der Accademia Italiana della Cucina
Italienische Kulinarik als Weltkulturerbe ausgezeichnet
Sagre: Kulinarische Feste in Italien
Tramezzini – Geschichte und Genuss
Crostini, Bruschette, Tartine – Was ist was?
Schreibe einen Kommentar