8 Lesetipps – meine Lieblingsbücher aus und über Italien

8 Lesetipps - meine Lieblingsbücher aus und über Italien
Foto: Sebastian Reimold

Passend zur Frankfurter Buchmesse habe ich mein Bücherregal durchforstet und stell dir acht Autor*innen vor, die ich nicht nur gerne lese, sondern die sich auch mit Italien befassen. 8 Lesetipps – meine Lieblingsbücher aus und über Italien.

Meine Auflistung der Lektüreempfehlungen erfolgt entsprechend dem Inhalt chronologisch. Angefangen im 19. Jahrhundert über den Zweiten Weltkrieg und dann die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts: Tomasi Di Lampedusa – Kohl – Feltrinelli – De Carlo. Die anderen Empfehlungen fallen aus diesem Raster.

8 Lesetipps – meine Lieblingsbücher aus und über Italien

7 Lesetipps - meine Lieblingsbücher aus und über Italien
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Giuseppe Tomasi Di Lampedusa, Der Leopard

Ein Klassiker unter der italienischen Literatur ist „Il Gattopardo“ (Der Leopard/Der Gattopardo, je nach Ausgabe). Giuseppe Tomasi Di Lampedusa beschreibt in seinem Roman teils seine eigene Familiengeschichte in der zweiten Hälfte Mitte des 19. Jahrhunderts. Der gesellschaftliche Umbruch steht bevor: Don Fabrizio, Fürst von Salina, beobachtet voll wehmütiger Skepsis den Niedergang, den Machtverlust des Adels. Sein Neffe Tancredi hingegen steht für das neue Zeitalter.

Die häufig zitierte Aussage

‘Wenn alles bleiben soll, wie es ist, muss sich alles ändern’,

lässt Tomasi Di Lampedusa Don Fabrizio sagen. Ganz nebenbei erfährst du auch noch, wie die Mafia entstehen konnte. Denn während der sizilianische Adel sich vergnügt, sich nicht für die sozialen Probleme interessiert, verliert er seine Macht und seinen Reichtum an die Flurhüter, die für ihn die Pacht eintreiben: die Mafia.

Christiane Kohl, Villa Paradiso – Als der Krieg in die Toskana kam

In dem Roman „Villa Paradiso – Als der Krieg in die Toskana kam” beschreibt Christiane Kohl drei junge Deutsche, Funker von Beruf, die nicht allzu viel zu tun haben – zunächst. Sie genießen auf einem Landsitz in der Toskana die Gastfreundschaft des Hausherrn und seiner Familie während des Zweiten Weltkrieges. Es ist das Jahr 1944. Als eine andere Wehrmachtseinheit eintrifft, wird die friedliche Idylle zu einem Ort der Barbarei, Folterungen und Verhören. Ein Stück wahrer deutsch-italienischer Geschichte. Achtung: Taschentuchalarm. Mich hat das Buch am Ende zu Tränen gerührt.

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Carlo Feltrinelli, Senior Service

Carlo Feltrinelli ist kein Autor im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr Verleger und Inhaber einer der wenigen unabhängigen Buchhandelsunternehmen in Italien – La Feltrinelli. Er hat das Buch „Senior Service“ (Senior Service) geschrieben, welches das Leben seines Vaters Giangiacomo Feltrinelli (Begründer des Feltrinelli-Verlags) nachzeichnet. Mich hat’s begeistert, weil es nicht nur das Leben des Sohnes aus gutem Hause – man könnte auch sagen, einer Kindheit im goldenen Käfig –, Lebemanns, Exzentrikers, Kommunisten und schließlich Verlegers beschreibt. Das Buch gibt auch Einblicke in die Nachkriegszeit Italiens. Carlo Feltrinelli versucht in dem Buch eine Rekonstruktion des Lebens seines Vaters, der zu einer der schillerndsten Figuren der italienischen Nachkriegszeit gehört und unter ungeklärten Umständen 1972 ums Leben kam. Carlo Feltrinelli war da gerade mal zehn Jahre alt.

Andrea de Carlo, Zwei von zwei

Das vermutlich bekanntestes Buch dieses italienischen Autors ist „Due di due“ (Zwei von Zwei). In diesem Buch erzählt er die Geschichte einer Freundschaft, die in Mailand beginnt, stellvertretend für seine Generation – die 68er – mit all ihren Hoffnungen und Utopien. Die Protagonisten Guido und Mario schlagen unterschiedliche Lebenswege ein, die ursprünglich mal gemeinsam begonnen haben. Doch wie die Ideale verwirklichen? Mario versucht es innerhalb der Leistungsgesellschaft, Guido hingegen versucht es als radikaler Außenseiter.

Ich habe fast alle seine Bücher gelesen, teils im Original, wie etwa „Villa Metaphora“ (Villa Metaphora). Das 900-Seiten-Werk spielt auf einer entlegenen Insel im Mittelmeer. Dort liegt das Luxusresort Villa Metaphora – ein Mikrokosmos, in dem wilde Natur auf luxuriöse Zivilisation trifft. Internationale Gäste (eine französische Journalistin, eine exzentrische amerikanische Schauspielerin, ein Banker aus Frankfurt, ein Mailänder Ehepaar und ein italienischer Politiker) treffen auf lokales Personal. Doch das Idyll entpuppt sich schon bald als eine luxuriöse Falle.

Weitere lesenswerte Bücher von ihm sind:  „Noi tre“ (Wir drei), „Pura vita“ (Das wahre Leben), „L’imperfetta meraviglia“ (Ein fast perfektes Wunder) oder „Macno“ (Macno).

8 Lesetipps - meine Lieblingsbücher aus und über Italien
Foto: Sebastian Reimold

Luciano de Cresenzo, Also sprach Bellavista

Du willst etwas über Neapel erfahren? Dann empfehle ich dir „Così parlò Bellavista“ (Also sprach Bellavista). De Cresenzo beschreibt hier, teils sehr philosophisch die neapolitanische Mentalität. Immer wieder teilt er Spitzen gegen den Norden insbesondere Mailand aus. Die Lehrgespräche des Protagonisten Bellavista bringen philosophische, soziologische und politischen Erkenntnisse zu Tage. Eine hatte ich in dem Beitrag „Vacanze in Sardegna tra Italiani“schon mal angerissen.

Tiziano di Scarpa, Venedig ist ein Fisch

„Venezia è un pesce“ (Venedig ist ein Fisch) ist der etwas andere Reiseführer. Wenn du dir auf einer Landkarte die Form anschaust, wirst du einen Fisch erkennen, der an der Leine hängt. Tiziano di Scarpa beschreibt die Schönheit Venedigs anhand der Sinne und Körperteile: Füße, Beine, Herz, Gesicht, Ohren, Mund, Nase, Augen lauten die Kapitel, die beschreiben, was mit uns Leser*innen in Venedig passiert. So dienen etwa die Gerüste einzig und allein zu unserem Wohl: Denn wenn nicht einige der vielen sehenswerten Palazzi eingerüstet wären, kämen wir mit Hochschauen und Bewundern gar nicht mehr an unserem Ziel an. Ich find das Buch äußerst amüsant und lehrreich zugleich.

Cristina Caboni, Die Seidentöchter

Aktuell lese ich von Cristina Carbono gerade den Roman „La stanza della tessitrice“ (Die Seidentöchter). Ich bin erst am Anfang und kann noch nicht so viel sagen. Zum Buch gegriffen habe ich, weil es von Samt, Seide, Mode und einer Schneiderin, die davon träumt, Modedesignerin zu werden, handelt. Doch es kommt alles ganz anders … Als gelernte Damenschneiderin musst ich das Buch einfach mitnehmen. Leichte Lektüre ist ja auch mal ganz nett.

Johann Wolfgang von Goethe, Italienreise

Und dann darf natürlich Goethes „Italienreise“ nicht fehlen. Je nachdem wohin ich in Italien fahre, habe ich diese Lektüre mit im Gepäck, um mich auf seine Spuren zu begeben. So etwa auf Sizilien, wo ich ganz bewusst von ihm beschriebene Orte aufsuchte und einen Abgleich machte zwischen seinen Beschreibungen und dem Jetzt-Zustand.

Kennst du eines der Bücher und wie hat es dir gefallen? Welche italienische Lektüre empfiehlst du mir?

Fotos: Sebastian Reimold

Werbung da Verlinkung als Quellennachweis und Service für meine Leser*innen.

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